Obwohl gerade in der jüngsten Vergangenheit viel gescholten wegen des sehr hohen Leistungdrucks war die Einführung der gestuften Studiengänge eine Notwendigkeit, deren großer Vorteil, wie eingangs angesprochen, darin liegt, dass Studierende nach einer bestimmten Zahl von Semestern, meistens sechs, immerhin den ersten akademischen Grad, den des Bachelors in Händen haben, der eine solide akademische Grundlage bildet. Der Abschluss Bachelor ist für viele äußerst erfolgreiche und einträgliche berufliche Laufbahnen ein überaus gefragter akademischer Grad.
Der Bachelor. Europäische und internationale Vereinheitlichung und Anerkennung.
Woher stammt die Bezeichnung Bachelor? Im englischen Sprachraum bedeutet 'Bachelor' heute ja 'Junggeselle'. Aber daran kann man hier nicht anknüpfen. Wir müssen in der Zeit sehr weit zurückgehen in das 13. Jahrhundert. Damals schon wurde an der weltberühmten Pariser Universität La Sorbonne der 'Bakkalaureus', der erste im Verlaufe eines Studiums der Wissenschaften verliehene akademische Grad, vergeben. Der Wortursprung ist damit noch nicht vollständig geklärt, aber man nimmt an, dass der französische Begriff 'bas chevalier', ein untergeordneter Ritter also, die Bezeichnung des Bachelor hat entstehen lassen. Allerdings kann im Zusammenhang mit dem Studienabschluss Bachelor in keinster Weise von Unterordnung oder von Zweitrangigkeit die Rede sein. Es ist, um es einmal ganz salopp auszudrücken, wie bei einem Gewinnspiel, bei dem man eine bestimmte Gewinnstufe, die einen ansehnlichen Geldbetrag sichert, erreicht hat. Man darf sich entscheiden, ob man aufhört oder weitermacht. Einmal den Abschluss des Bachelor in Händen, obliegt es dem Absolventen, zu entscheiden, ob er darauf seine berufliche Laufbahn aufbaut oder ob er weiterstudiert mit dem Ziel des Masterabschlusses.
Ein ganz ausgezeichneter Vorschlag, den die Hochschulrektorenkonferenz vorgelegt hat, ist der, dass Bachelor-Absolventen mit herausragend guten Ergebnissen die Möglichkeit der Promotion gegeben wird, ohne dass sie ihren Masterabschluss in Händen haben müssen. Eine landesweite Entscheidung ist hierzu bis dato noch nicht gefallen, allerdings besteht in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und dem Saarland die Möglichkeit, hoch qualifizierte Bachelor-Absolventen zur Promotion zuzulassen. Wenn diese Möglichkeit zu einer Selbstverständlichkeit für Studierende mit überragenden Leistungen werden könnte, wäre das ein weiteres sehr großes Plus für den Abschluss Bachelor. Wir hoffen darauf.
Wir erinnern uns ja noch gut an die Studentenproteste des vergangenen Jahres. Der Grund für den verständlichen Unmut der Studierenden lag darin begründet, dass im Vergleich zu den früheren Diplom-Studiengängen deutlich weniger Zeit zur Verfügung steht, der zu vermittelnde Lehrstoff aber der gleiche geblieben ist. Das ist anstrengend, das ist tatsächlich eine sehr große Herausforderung, aber lassen Sie uns sie annehmen, so wie andere Länder es auch getan haben. Lassen Sie uns die zeitlichen Vorteile, die der Bachelor-Abschluss bietet, für das Leben nutzen.